Mitgliederehrung der Mainburger Sozialdemokraten
Presse
Am vergangenen Freitag trafen sich die Mainburger Sozialdemokraten im Seidlbräu, um ihre langjährigen Mitglieder zu ehren und um ihnen für ihre Treue zur Partei zu danken. Ortsvorsitzender Hans Niedermeier begrüßte die eingeladenen Mitglieder und Ehrengast MdL Johanna Werner-Muggendorfer. Beide nahmen die Gelegenheit wahr, auch kurz auf das aktuelle politische Tagesgeschehen einzugehen. Dabei machte Niedermeier deutlich, dass es in der heutigen Zeit nicht ganz einfach ist, sich für eine Partei oder Gruppierung zu entscheiden. Und doch ist es wichtiger denn je, dass sich Bürger in einer Partei engagieren, denn nur so gibt es eine lebendige Demokratie. Kurz ging der SPD-Vorsitzende auch auf die Finanzkrise ein. Ist es doch für „Otto Normalverbraucher“ nicht nachvollziehbar, warum Banken mit Milliarden von Steuergeldern gestützt werden müssen, und gleichzeitig die Manager eben dieser Banken sich Millionen an Boni genehmigen. Besorgnis erregend ist auch die derzeitige schwache Autokonjunktur. Nachdem viele unserer Mainburger Bürgerinnen und Bürger ihr tägliches Brot bei einem Autobauer verdienen, der Absatz ihrer Produkte im Moment aber sehr stockend läuft, könnte bei einem Anhalten dieser Flaute auch bald in Mainburg mehr von dieser Weltwirtschaftkrise zu spüren sein.
MdL Johanna Werner-Muggendorfer berichtete anschließend von ihrer Arbeit aus dem Bayerischen Landtag. Dabei kritisierte sie die doppelzüngigen Informationen der bayerischen Regierung. Wenn beispielsweise die Regierung immer von einem ausgeglichenen Haushalt sprich, gleichzeitig aber für die Bayerische Landesbank einen Kredit von 10 Milliarden Euro gibt, diesen aber nicht im Haushalt ausweist, dann ist das einfach gegenüber dem Bürger nicht ehrlich. Oder die gespaltene Haltung von Ministerpräsident Horst Seehofer, er war selber in der Bundesregierung für die Gesundheitspolitik mit verantwortlich, hat auch gemeinsam mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt die Kompromisse mit der Ärzteschaft, den Krankenversicherungen und den Krankenhausbetreibern ausgehandelt. Jetzt will er davon nichts mehr wissen. Dass es in der bayerischen Regierung nicht gerade rund läuft, zeigten die Ausführungen der Landtagsabgeordneten, deren Kritik sich auch an FDP und Freie Wähler richtete.
Bei ihrer Laudatio für die zu ehrenden Mitglieder ging Johanna Werner-Muggendorfer auch auf die sehr lange Geschichte der Sozialdemokraten ein. In ihrer beinahe 150-jährigen Geschichte wurden die Sozis in der Vergangenheit immer wieder verleumdet und verfolgt , wurden ihre Mitglieder verhaftet oder mussten fliehen. Es wird in Bayern immer sehr leicht vergessen, dass es der SPD’ler Kurt Eisner, der erste Bayerische Ministerpräsident, war, der den „Freistaat Bayern“ ausrief. Unter seiner kurzen Regierung wurden damals für uns heute selbstverständliche Dinge wie der 8-Stunden-Tag, die Pressefreiheit und das Frauenwahlrecht erlassen. Auch der Vater der Bayerischen Verfassung, Wilhelm Högner, war ein SPD-Mann und soll in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Dieser ruhmreichen Vergangenheit brauchen wir uns nicht zu schämen, wir können stolz darauf sein. Der Wahlspruch der Sozialdemokraten heißt heute in Abwandlung der französischen Parole „Freiheit – Gerechtigkeit – Solidarität“ – und darauf sollten wir alle aufbauen.
Umso mehr freute sie sich die Landtagsabgeordnete über die Mainburger SPD, die nicht nur sehr aktiv ist, sondern auch auf einen stabilen Mitgliederstamm bauen kann. An die Ausführungen der Landtagsabgeordneten schloss sich die Ehrung der Mitglieder an.
Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Josef Maier mit einer Ehrenurkunde und der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Edgar Fellner, Franz Gmeiner und Martin Wittmann erhielten eine Ehrenurkunde mit Abzeichen für 40jährige Mitgliedschaft. Seit 35 Jahren sind Hans Fellner, Peter Fischer, Ludwig Falter, Josef Remiger und Helmut Gürster in der Partei. Helmut Weiherer, Margarethe Fellner und Jakob Rottmeier halten seit 30 Jahren der Partei die Treue – 25 Jahre: Bernd Kickhaefer – 20 Jahre: Franz Hartl und Richard Rist – 15 Jahre: Paula Englhard, Ute Wassmuth, Sebastian Fellner, Bernhard Kunz und Hans Niedermeier – 10 Jahre: Maria Kleinscheck, Martin Barth, Edgar Götz, Renate Niedermeier, Richard Schütt, Helma Sommerer, Alois Kastner, Wally Obermayr, Antonie Zitterbart, Cornelia Fröschl.
Nach der Auszeichnung der Mitglieder wurden von der Seidlbräu-Küche noch einige Platten mit hervorragenden Häppchen aufgetragen, die dann in gemütlicher Runde verspeist wurden. Mit einem kleinen Geschenk für Johanna Werner-Muggendorfer bedanke sich Ortsvorsitzender Hans Niedermeier für ihre Arbeit. Amüsante und lange Gespräche in gemütlicher Runde beendeten die würdevolle Mitgliederehrung im Seidlbräu.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD wurde Josef Maier ausgezeichnet.

Die Geehrten stellten sich gemeinsam mit MdL Johanna Werner-Muggendorfer und Ortsvorsitzendem Hans Niedermeier dem Fotografen.


